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Cloudflare testet seine WAF mit KI-Angreifern, ein Punkt am Ende kam durch

Cloudflare hat beschrieben, wie das Unternehmen die eigene Web Application Firewall mit aktuellen KI-Modellen in der Rolle von Angreifern getestet hat. Der Anlass: Sprachmodelle sind besonders gut darin, Angriffsnutzlasten schneller als ein Mensch zu variieren, also die Kodierung zu ändern, die Nutzlast in einen anderen Teil der Anfrage zu verschieben oder anhand jeder Antwort zur nächsten Schwachstellenklasse zu wechseln.

Das in Python geschriebene Testwerkzeug startet mit Exploits, die die WAF bereits blockiert, und lässt ein Modell die nächste Variante vorschlagen; ein zweiter Modellaufruf bewertet die Antwort. Keiner der Aufrufe sieht Regeln, Regel-IDs oder Scores der WAF. Die Modelle senden nie selbst: Code prüft das Ziel gegen eine Allowlist, schaltet Weiterleitungen ab, protokolliert jeden Versuch und setzt ein Limit durch, Antworttexte gelten als nicht vertrauenswürdige Eingabe. Eine nicht blockierte Anfrage war ein Hinweis zur menschlichen Prüfung, kein bestätigter Exploit.

Gegen eine autorisierte Staging-Umgebung eines Kunden liefen 45 Szenarien, 44 davon in sechs Kategorien: Cross-Site-Scripting, SQL-Injection, Command Injection, Server-Side Request Forgery, Path Traversal und Log4j. Aufgezeichnet wurden 1107 Versuche. Nach Abzug fehlerhafter, harmloser, doppelter und nicht relevanter Ergebnisse wurde laut Cloudflare die große Mehrheit blockiert, und die durchgekommenen Anfragen wurden zu neuen Erkennungen für alle Kunden.

Der Beitrag zeigt einen SSRF-Lauf im Detail. Die Cloud-Metadatenadresse 169.254.169.254 wurde als gepunktete Adresse, als Dezimalzahl 2852039166 und in Oktalschreibweise blockiert. Bei Versuch 18 behielt das Modell eine zuvor blockierte Anfrage bei und hängte nur einen Punkt an den Host; der Client bekam eine Weiterleitung statt einer Sperrseite. Es gab keinen Hinweis, dass die Anwendung Metadaten abrief, aber das Anfragepaar lieferte den Ingenieuren eine präzise Frage zum Beheben.

Cloudflare testet seine WAF mit KI-Angreifern, ein Punkt am Ende kam durch
Cloudflare testet seine WAF mit KI-Angreifern, ein Punkt am Ende kam durch — Dev News Daily

Warum das wichtig ist

Die Methode zählt mehr als das Ergebnis: ein Modell als unermüdlicher Variierer, das Code an der kurzen Leine hält, lässt sich von jedem Team gegen die eigene Staging-Umgebung einsetzen. Cloudflares eigenes Fazit ist das unspektakuläre: Eine umgangene WAF braucht noch immer eine verwundbare Anwendung, Patchen bleibt die stärkere Verteidigung.

Geschrieben von Victoria Shinder.