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Cloudflare Traces startet als Beta und zeigt WAF, Cache und Routing als OpenTelemetry-Spans

Cloudflare hat eine Beta von Cloudflare Traces eröffnet. Damit erweitert der Anbieter das automatische Tracing, das es bisher für Workers gab, auf den gesamten Weg einer Anfrage durch sein Netz. Angekündigt wurde es im Firmenblog während der Birthday Week. Die Funktion steht für jede Domain hinter Cloudflare bereit, nicht nur für Anwendungen auf der Entwicklerplattform.

Was ein Trace enthält. Jeder unterstützte Schritt wird zu einem Span mit Dauer, Ergebnis und Attributen: die Prüfung eigener und verwalteter Sicherheitsregeln, Transform-Regeln, die die URL umschreiben, Page Rules, Snippets und das Workers-Routing, Cache-Abfragen, die Verbindung nach oben und die Antwort des Ursprungsservers. Die Beispiele im Blog sind Fragen, für die man heute mehrere Logs und einen Konfigurationsexport braucht: welche Regel eine Anfrage blockiert oder herausgefordert hat, ob eine Transform-Regel den Pfad vor der Anwendung geändert hat und wo bei einem Cache-Fehlschlag die Zeit blieb. Im Screenshot des Beitrags entfielen 527 von 539 Millisekunden auf das Warten auf den Ursprung.

Die Menge steuern. Tracing wird pro Domain mit einer Grund-Abtastrate eingeschaltet, etwa 1 Prozent der Anfragen. Trace Rules, geschrieben in derselben Regelsprache wie der Rest des Dashboards, überschreiben diese Rate für passenden Verkehr. Gedacht ist das so: 100 Prozent der Anfragen für den Hostnamen eines Kunden, eine Quell-IP oder einen vorübergehenden Debug-Header aufzeichnen, während alles andere bei der Grundrate bleibt.

Anschluss an eigene Traces. Cloudflare kann einen eingehenden W3C-Header traceparent übernehmen – eine Richtlinie entscheidet, ob ihm vertraut wird – und einen neuen traceparent an den Ursprung weitergeben, sodass Spans der Anwendung denselben Trace fortsetzen. Über ein Ziel auf Kontoebene lassen sich die Spans per OTLP an jedes kompatible Backend exportieren. Außerdem verweist das Unternehmen auf seinen Observability-MCP-Server, über den ein Coding-Agent Traces per SQL abfragen kann.

Preis und was noch fehlt. Traces fällt unter das einheitliche Observability-Preismodell, das nach eingespeisten Daten und Aufbewahrungsdauer abrechnet statt nach Zahl der Spans; es gilt für Cloudflare Tracing und Workers Tracing ab dem 1. Dezember 2026. Noch nicht abgedeckt und als geplant genannt: Spans für DDoS-Regeln und Access, für Workflows, Queues und Pipelines, eine authentifizierte Kontextweitergabe, damit nur vertrauenswürdige Aufrufer einen Trace fortsetzen, das gezielte Aufzeichnen einer einzelnen Anfrage und eine Aufbewahrung von bis zu 365 Tagen.

Cloudflare Traces startet als Beta und zeigt WAF, Cache und Routing als OpenTelemetry-Spans
Cloudflare Traces startet als Beta und zeigt WAF, Cache und Routing als OpenTelemetry-Spans — Dev News Daily

Was das bedeutet

Was die tägliche Arbeit verändert, ist die Weitergabe des Kontexts. Bisher war ein CDN eine Lücke im verteilten Trace: Die Zeitleiste begann am Ursprung, und die Zeit davor wurde aus Logs geschätzt. Mit eingehendem und ausgehendem traceparent wird die Edge Teil desselben Traces. Teams sollten früh entscheiden, ob sie Trace-Kontext aus dem offenen Internet annehmen, denn eine authentifizierte Weitergabe gibt es in der Beta noch nicht.