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Deno-Team wechselt zu Cloudflare: Runtime noch ein Jahr, Deploy sechs Monate

Das gesamte Deno-Team wechselt zu Cloudflare. Das gaben Ryan Dahl und Kenton Varda am 9. Oktober in einem gemeinsamen Beitrag im Cloudflare-Blog bekannt; ein Begleitbeitrag im Deno-Blog nennt, was das für bestehende Deno-Nutzer bedeutet.

Wozu der Wechsel dient. Im August veröffentlichte das Deno-Team celld, eine quelloffene, selbst hostbare Umsetzung des Cloudflare-Workers-Modells mit verteilten Durable Objects — ein einziges Rust-Binary, dessen einzige externe Abhängigkeit ein Objektspeicher-Bucket ist. Cloudflares eigene Laufzeit workerd ist bereits quelloffen und derselbe Code, den Cloudflare produktiv betreibt; Varda räumt aber ein, dass ihre Durable-Objects-Unterstützung immer nur eine Instanz kannte: gut für lokale Tests, nicht für Skalierung. Der Plan: Ideen aus celld in workerd zurückführen; Dahl und Bert Belder leiten den Ausbau, damit selbst gehostetes workerd „ein voll unterstützter Weg“ wird, Workers-Anwendungen zu betreiben.

Deno-Team wechselt zu Cloudflare: Runtime noch ein Jahr, Deploy sechs Monate
Deno-Team wechselt zu Cloudflare: Runtime noch ein Jahr, Deploy sechs Monate — Dev News Daily

Was das für heutige Deno-Nutzer heißt — die konkrete Liste aus Dahls Beitrag:

  • Deno-Runtime: noch ein Jahr monatliche Releases mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates. Danach beendet Deno Land die Entwicklung; die Runtime bleibt quelloffen für alle, die sie weiterführen wollen.
  • Deno Deploy: läuft noch sechs Monate und wird dann abgeschaltet. Zahlende Kunden erhalten Migrationshilfe zu Cloudflare Workers.
  • JSR, die Paketregistry: läuft weiter, die Infrastruktur zieht zu Cloudflare.
  • rusty_v8: wird weiter unterstützt; das Team arbeitet an der Integration in workerd.

Das Lock-in-Argument. Varda nutzt den Beitrag, um der verbreiteten Behauptung zu widersprechen, Workers sei anders gebaut, um Kunden festzuhalten. Sein Gegenargument: Kunden von Workers for Platforms wie Shopify hätten 2022 nicht unterschrieben, wenn die Laufzeit nicht quelloffen gewesen wäre — also wurde sie freigegeben, und einige frühere Kunden sind seither mit workerd auf eigene Server gewechselt. Gefehlt hätten das Werkzeug drumherum und skalierbare Durable Objects; genau diese Lücke soll das Deno-Team schließen.

Was jetzt zu tun ist. Wer auf Deno Deploy betreibt, hat eine Frist von sechs Monaten: erfassen, was an Deploy-spezifischen APIs hängt (KV, Cron, Queues), und zwischen Workers und einem anderen Host entscheiden. Wer die Deno-Runtime auf eigenen Servern nutzt, verliert heute nichts, aber ein Supporthorizont von einem Jahr gehört in die Plattformplanung — die Node.js-Kompatibilität, die man für Deno ohnehin gebaut hat, ist die naheliegende Brücke. Wer auf selbst gehostete Durable Objects gewartet hat, kann celld und workerd jetzt ausprobieren; Cloudflare kündigt weitere Ankündigungen „in den kommenden Monaten“ an.

Quellen: Cloudflare Blog, „Deno is joining Cloudflare“, 9. Oktober 2026 — https://blog.cloudflare.com/deno-joins-cloudflare ; Deno Blog, „Deno is joining Cloudflare“, 9. Oktober 2026 — https://deno.com/blog/cloudflare

Geschrieben von Victoria Shinder.