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Cloudflare zum Yandex-Ausfall: Bösartige Bots zogen zu anderen Hostern um

Cloudflare hat am 14. Oktober 2026 eine Analyse veröffentlicht, was mit automatisiertem Verkehr geschah, als die Netze von Yandex ausfielen. Das Ergebnis widerspricht Behauptungen, die im Netz kursierten: Der Ausfall verringerte das Crawling der Suchmaschine, bösartige Automatisierung zog aber größtenteils zu anderen Hostern um, statt aufzuhören.

Was die Verkehrskurven zeigten. Laut dem Beitrag trafen gemeldete ukrainische Drohnenangriffe zwischen dem 7. und 11. Oktober drei Yandex-Standorte in Russland. Auf Cloudflare Radar gipfelte das am 11. Oktober: Der Verkehr lag 99 % unter dem Normalwert für Yandex Search (AS13238) und 90 % für Yandex.Cloud (AS200350). Beide Netze blieben bis zum 13. Oktober 86 bis 90 % unter normal; am 14. Oktober um 18:00 UTC bezifferte Cloudflare den Verkehr auf 85 % des Normalwerts.

Zwei Netze, zwei Arten von Bots. Cloudflare stufte 99,5 % der Anfragen aus dem Yandex-Search-Netz als automatisiert und 93,6 % der Bot-Anfragen als verifizierte Crawler ein – vor allem YandexBot (78,1 %), YandexRenderResourcesBot (11,5 %) und YandexImages (1,9 %). Bei Yandex.Cloud waren rund 95 % der bewerteten Anfragen Bots, aber keiner davon verifiziert; fast zwei Drittel sendeten Daten an Websites, einige gaben sich als JavaScript-, Python- oder Go-Programme aus.

Cloudflare zum Yandex-Ausfall: Bösartige Bots zogen zu anderen Hostern um
Cloudflare zum Yandex-Ausfall: Bösartige Bots zogen zu anderen Hostern um — Dev News Daily

Was tatsächlich wegfiel. Im Suchnetz war der Rückgang fast ausschließlich Indexierung. Den stärksten Einbruch beim Yandex-Verkehr verzeichneten Verlags- und Nachrichtenseiten mit 44 %, wobei 40,5 % der Cloudflare-Kunden diesem Crawler ohnehin mit HTTP 403 antworteten. Bei Yandex.Cloud sank der Bot-Verkehr um etwa 40 %, das Abtasten von WordPress-Plugins um 90 % und von Scannern erkannte Anfragen um 93 %.

Wohin er wanderte. Den deutlichsten Beleg sieht Cloudflare im Glücksspielsektor: Fast alle Bot-Anfragen aus Yandex.Cloud richteten sich demnach an ein einziges Kundenkonto aus dieser Branche. Nach der Störung vom 8. Oktober fielen diese Anfragen auf null, und identische Anfragen – mit denselben ungewöhnlichen Pfaden und Headern – kamen nun aus anderen russischen Hosting-Netzen, darunter Radist und Selectel. Der russische Bot-Verkehr zu Glücksspielkonten blieb über die Woche praktisch gleich, von 167,7 auf 170,1 Millionen Anfragen (+1,4 %). Auch beim Verkehr zu sozialen Netzwerken fand Cloudflare keine unerwartete Veränderung, räumt aber ein, ohne Daten von außerhalb des eigenen Netzes einen Zusammenhang nicht ausschließen zu können.

Die Lehre für Verteidiger. Der Beitrag hält das Verkehrsvolumen eines Client-Netzes für einen unzuverlässigen Maßstab für Bot-Verhalten: Abwehr müsse die Anfragen selbst prüfen – gemeinsame JA4-Fingerabdrücke, auffällige Anfrageraten und WAF-Regeln für sensible Endpunkte –, egal aus welchem Netz sie kommen.

Quelle: Cloudflare, „Yandex outage: Data shows that instead of going dark, malicious bots went on the move“ — https://blog.cloudflare.com/yandex-outage/

Primärquelle
Cloudflare Blog
https://blog.cloudflare.com/yandex-outage/
Geschrieben von Victoria Shinder.