Lix 2.96 markiert ssh://-Stores als veraltet und ändert die Flake-Prüfung
Das Lix-Team hat am 13. Oktober 2026 Lix 2.96 „Bingsu“ veröffentlicht, die siebte Hauptversion der von der Community entwickelten Nix-Implementierung. Die Ankündigung ordnet die Arbeit vier Themen zu: Sicherheit, Debugger, kleinere Verbesserungen im Alltag sowie Fortschritte beim neuen RPC-Protokoll auf Basis von Cap'n'Proto und bei Rust im Code.
Was Planung erfordert: ssh://-Stores laufen aus. Lix 2.96 erklärt ssh://-Store-URIs für veraltet, unterstützt sie aber weiter und gibt vorerst keine Warnung aus. Laut Projekt fällt die Unterstützung mit Lix 2.97 weg; ssh-ng:// bleibt und gilt ab dieser Version als stabil. Als Gründe nennt das Team die weitere Arbeit am RPC-Protokoll und Sicherheitsunterschiede zwischen beiden Transporten. ssh-ng prüft strenger: Nicht vertrauenswürdige Nutzer können darüber keine unsignierten Ausgaben mehr in einen entfernten Store kopieren. Wer ssh:// nur nutzt, weil ssh-ng eine Funktion fehlt, soll sich vor 2.97 beim Projekt melden.
Brüche bei der Auswertung. Die Prüfung von flake.nix folgt nun einer einzigen Regel: keine Funktionsaufrufe außerhalb von outputs. In Flake-Inputs sind damit let-Blöcke und String-Interpolation erlaubt – und das Team nennt die Folge selbst: Solche Flakes lassen sich mit anderen Nix-Implementierungen womöglich nicht mehr auswerten. Die Builtins floor und ceil brechen jetzt mit einem Fehler ab, statt bei großen Gleitkommazahlen still Genauigkeit zu verlieren; laut Release-Notes konnte daraus sogar aus einer positiven Zahl eine negative ganze Zahl werden. Viele nix3-Befehle bauen ihre Argumente nicht mehr vorab, womit etwa nix store delete einen fehlenden Pfad nicht mehr erst herunterlädt, um ihn dann zu löschen. Das Überdecken interner Dateien über Nix-Suchpfade, in 2.95 abgekündigt, ist nun ein Fehler, sofern nicht ausdrücklich anders konfiguriert.

Kleinere Neuerungen. Verschachtelte Attribute lassen sich mit --arg und --argstr übergeben, Inputs werden nur noch von einem Prozess geladen, wenn mehrere dieselben brauchen, und für die Auswertung kommt mimalloc zum Einsatz – das Team misst 5 bis 12 Prozent schnellere Evaluierung. nix doctor liefert Systemangaben und kann konfigurierte Remote-Builder prüfen. Die REPL nutzt jetzt rustyline statt editline und versteht damit UTF-8 richtig; im Debugger lässt sich relativ zwischen Stack-Frames springen.
Noch experimentell. Das neue RPC-Protokoll steckt hinter dem Feature rpc-sockets und braucht eine Systemeinrichtung, die das NixOS-Modul noch nicht übernimmt. Ein Punktrelease 2.96.1 ist bereits angekündigt, unter anderem mit --keep-going für ssh-ng-Stores und SHA-256 für Git-Fetcher.
Für das Update empfiehlt das Team nicht nix upgrade-nix, sondern das Upgrade-Skript aus der Installationsanleitung.
Quelle: Lix, „Announcing Lix 2.96 'Bingsu'“ — https://lix.systems/blog/2026-10-13-lix-2.96-release/